Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil – Pflicht oder Chance?
Shownotes
In dieser Auftaktfolge von GQS Minds in Motion spreche ich mit Alexander Düsener und Jörg Högemann über eine der drängendsten Fragen der Lebensmittelbranche: Ist Nachhaltigkeit nur ein Muss oder steckt darin ein echter Wettbewerbsvorteil? Gemeinsam beleuchten wir, wie Unternehmen gesetzliche Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern daraus echten Mehrwert schöpfen können – für ihre Marke, die Prozesse und die Mitarbeitenden.
Wir nehmen euch mit hinter die Kulissen von GQS, zeigen, wie Digitalisierung, SAP-Lösungen und Nachhaltigkeitsberichte konkret helfen, und diskutieren, warum die soziale Säule oft unterschätzt wird. Heraus kommt ein praxisnaher Blick auf Chancen, Herausforderungen und echte Erfolgsgeschichten aus der Branche. Hört rein, wenn ihr wissen wollt, wie nachhaltiges Handeln mehr als nur ein Trend sein kann!
GQS
SAP
https://www.sap.com/germany/index.html
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz
https://www.bmas.de/DE/Arbeit/Unternehmensverantwortung/Lieferkettengesetz/lieferkettengesetz.html
Teekanne
Augustiner-Bräu München
https://www.augustiner-braeu.de/
Erdinger Weißbräu
Rügenwalder Mühle
European Green Deal
https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/priorities-2019-2024/european-green-deal_de
ESG-Rating
https://de.wikipedia.org/wiki/ESG-Kriterien
European Sustainability Reporting Standards (ESRS)
Transkript anzeigen
00:00:08: GQS.
00:00:06: Minds in Motion.
00:00:08: Gespräche über Entscheidungen,
00:00:10: die Unternehmen bewegen.
00:00:18: Hallo, herzlich willkommen.
00:00:19: Schön, dass ihr mit dabei seid.
00:00:20: zu unserer ersten Folge GQS Minds in Motion.
00:00:24: Wir alle in der Lebensmittelbranche wissen, egal ob Ansprüche der Kunden oder politische Regularien, die Anforderungen werden nicht weniger.
00:00:32: Umso wichtiger ist es, einen starken Partner an der Seite zu haben wie GQS.
00:00:37: Und dafür begrüße ich heute Alexander Düsener.
00:00:39: Schön, dass du mit dabei bist.
00:00:41: Schön, dass Sie hier sein darf.
00:00:42: Alexander, du bist Geschäftsführer und Vorstand bei GQS seit Zweitausendeinundzwanzig.
00:00:48: Und ihr habt euch als Mission auf die Fahne geschrieben, den Kunden nachhaltige Wettbewerbsvorteile für ihren Unternehmens Erfolg zu liefern.
00:00:56: Was ja schon mal super klingt, wie ihr das ganz konkret umsetzen wollt oder es auch schon tut.
00:01:02: Das besprechen wir gleich.
00:01:04: Bevor wir aber tiefer einsteigen, erzähl doch mal ein bisschen von dir.
00:01:07: Also wie bist du eigentlich selbst zu GQS gekommen?
00:01:10: Du warst ja schon auf der ganzen Welt unterwegs.
00:01:12: Ja, also vor zwanzig, ein zwanzig seit Ende der neunziger Jahre war ich sehr viel schon im Hightech-Bereich unterwegs.
00:01:20: Ich war bei der Chipfirma Intel bei einigen großen Softwareunternehmen, Konzernen aus den USA.
00:01:27: Aber habe mich dann insbesondere aufgrund der familiären Situation der Familie entschieden, dass ich diese globale Reiserei zurückfahren möchte und kam in dem Umfeld dann eben darauf im Hightech-Bereich des Themas SAP und habe es so geschafft im Jahr 2020/ 2021 zur GQS zu kommen und ist ein hochspannender Bereich, weil es wirklich die Unternehmen unterstützt und, weil es mal wirklich spannend ist, gerade produzierende Unternehmen im Lebensmittelbereich durch Technologie zu unterstützen.
00:01:58: Und da unterstützt ihr die Unternehmen auch wirklich von A bis Z. Was sind dann so eure Kernthemen?
00:02:05: Ja, also was ganz spannend ist, ist, dass wir sehr viele Experten haben, egal ob das aus dem Bereich Einkauf kommt, in den Bereichen Rezeptur, Design und QM, über die Produktion bis hin zum Vertrieb und alle Logistikthemen, dass wir wirklich so vom Ende zum Ende das Ganze abdecken können.
00:02:21: Also wirklich von den Lieferanten bis hin zum Handel, wie wir den Unternehmen unter die Arme greifen können durch innovative Ansätze, dass sie dadurch auch wirklich dann Wettbewerbsvorteile erzielen.
00:02:36: Und bei welchen Unternehmen seid ihr da so?
00:02:37: Also mit welchen Produkten arbeitet ihr?
00:02:39: Was sind eure Aufgaben?
00:02:40: Vielleicht kannst du ein paar Beispiele nennen?
00:02:42: Ja, also das Spannste für mich war auch immer, fast jeder Ersttermin bei Kunden fühlt sich an wie so ein bisschen die Sendung mit der Maus für Erwachsene, weil ganz oft bekommen wir eine Produktionsführung.
00:02:54: Und so Unternehmen kann man ja auch sehen, wenn man sich bei uns mal auf der Webseite umschaut, das rangiert von Frostertiefkühlprodukten über Teekanne im Tee produzierenden Bereich bis ganz viele Brauereien, wie zum Beispiel hier im Münchner Raum Augustina oder Erdinger-Brauerei.
00:03:12: Und dadurch sind es natürlich immer vielfältige Herausforderungen, die wir den Unternehmen helfen, abzudecken.
00:03:18: Jetzt ist es ja in vielen Branchen so, dass wir einen Wandel erleben, nicht nur in der Lebensmittelbranche, du hast es gerade schon gesagt, du bist ständig mit Geschäftsführern, mit Mitarbeitern, eurer Kunden im Austausch.
00:03:29: Wie erlebst du die Stimmung da, also wie erleben deine Kunden diesen
00:03:33: Wandel?
00:03:34: Ja, also natürlich viele unserer Kunden erleben auch einige Herausforderungen.
00:03:38: die letzten Jahre, egal ob es geopolitischer Natur ist, die starke Hütten Energie kosten oder eben auch Wandel.
00:03:46: seit Covid und das bietet auf der einen Seite viele neue Herausforderungen.
00:03:52: Gerade Thema, wie kann man vielleicht auch Energie effizienter produzieren, wie kann man, muss man vielleicht sogar Lieferketten umstellen, aber eben auch Chancen.
00:04:02: Wenn man zum Beispiel schaut durch die ganze Corona-Zeit, haben sich viele Convenience-Produkte stark erhöht bei den Verbrauchern.
00:04:10: Das heißt, da hat sich gerade im Lebensmittel Bereich einiges erhöht.
00:04:14: oder als anderes Beispiel, wenn man sich anschaut, auf der einen Seite lesen wir auch immer wieder, der Bierkonsum geht zurück, aber viele Bierhersteller haben dann natürlich im nichtalkoholischen Bereich durchaus umgestellt, teilweise auch auf isotronische Getränke etc.
00:04:30: Und wo genau setzt ihr als Unternehmen an, als SAP-Dienstleister, um nicht nur auf diesen Wandel zu reagieren, sondern den Kunden einen echten Wettbewerbsvorteil zu verschaffen?
00:04:42: Nachdem wir natürlich zu hundert Prozent auf SAP als unterliegende Technologie setzen, versuchen wir das sehr eng mit den Innovationen, die auch im SAP-Bereich kommen, das Ganze abzustimmen.
00:04:54: Das heißt, das ist wirklich so der Ansatz, wie schaffen wir es, Technologie zu nutzen, um den Herausforderungen, die unsere Kunden haben, zu begegnen.
00:05:03: Das heißt, das können wirklich Themen sein, wie man zum Beispiel die Produktion digital anschließt.
00:05:08: dadurch auch Kernindikatoren frühzeitig ablesen kann, aber vielleicht auch Maschinen in der Produktion frühzeitig beeinflussen kann, dass möglichst effizient produziert wird, gerade bei energieintensiven Unternehmen.
00:05:22: Viele Betriebe sind ja historisch gewachsen, haben vielleicht auch komplexere Abläufe.
00:05:27: Du bist ja jemand, der für Standardisierung ist, also du plädierst dafür.
00:05:30: Widerspricht sich das nicht?
00:05:33: Ja, das ist immer das Wichtige herauszufinden, wo drin besteht wirklich die Differenzierung.
00:05:38: Unser Ansatz ist, zu versuchen, ein Unternehmen zu helfen mit der Kerntechnologie.
00:05:44: Die Dinge, die nicht differenzierend sind, effizienter zu gestalten.
00:05:47: Dazu gehören auch Themen wie Automatisierung, Durchstandardisierung, aber eben auch herauszuarbeiten, wie kann vielleicht der Technologie die Differenzierung noch stärker machen.
00:05:58: In dem es teilweise noch zeitnah an den Marktgegebenheiten ist, als Beispiel Rezepturdesign, wenn sich die Geschmäcker der Leute oder auch das Achten der Leute auf weniger zuckerhaltige Ware im Bereich Nutri-Score, was man vielleicht kennt, vom Einkaufen, wie man da vielleicht Rezepturen abändern kann, ohne dass das Ding Geschmack beeinflusst, die aber dadurch als Beispiel gesünder werden, weil die Leute mehr darauf achten, wie sie sich ernähren heutzutage.
00:06:24: Und wenn wir da den Unternehmen helfen können, durch Technologie das Ganze zu verstärken, dann ist es sehr differenzierend, auch wenn die unterliegende Technologie hilft, einen gewissen Standard zu wahren.
00:06:36: Das heißt, ihr habt euer Standardprogramm, ja, aber ihr geht dann in die Unternehmen und schaut, was sind die Bedürfnisse, was sind die Ansprüche und wie können wir diesen Standard halt individualisieren?
00:06:45: Korrekt, absolut.
00:06:46: Und das zweite Wichtigste sind bei uns, ich sage mal so ein bisschen, das Lebensblut unseres Unternehmens sind ja die Berater, die Menschen dahinter.
00:06:53: und deren Erfahrung.
00:06:55: Also der Spannende bei uns ist eben auch, ist es nicht so, dass jemand gestern sich mit Metallurgie und im Automobil oder des gräten Baubereich, Maschinenbau verhält und morgen geht er zum Lebensmittellieferanten, sondern bei uns leben wir Tag für Tag die Lebensmittelindustrie.
00:07:12: Das heißt, unsere Berater kommen eigentlich schon und wissen, was ist notwendig bei Themen wie Mindesthaltbarkeitsdaten, Rückwarenabwicklung, bei so typischen Lieferketten Sorgfaltspflicht gesetzen.
00:07:23: Was heißt das überhaupt?
00:07:24: Darauf müssen wir achten, damit unsere Kunden dann wirklich auch einen ziemlich schnellen Zugang zur Technologie bekommen.
00:07:30: Ein weiteres großes Thema ist, was auch notwendig ist, ist das Thema Nachhaltigkeit.
00:07:34: Das ist ja mittlerweile nicht mehr nur nice to have, sondern auch der Anspruch der Politik und wahrscheinlich auch der Anspruch vieler Kunden.
00:07:42: Wenn ich jetzt noch mal zurückgehe zu eurem Motto, also den Unternehmenserfolg steigern, widerspricht sich das nicht?
00:07:47: Ich könnte mir nämlich vorstellen, Wenn ich mein Unternehmen jetzt nachhaltig ausrichten möchte und darauf achte, kostet mich das im Zweifel erst mal was.
00:07:55: Aber kann das vielleicht auch eine Chance sein?
00:07:58: Definitiv.
00:07:58: Es ist beides.
00:07:59: Es ist auf der einen Seite manchmal Herausforderung, weil viele dieser Nachhaltigkeitsthemen durchaus ja auch gesetzlich verankert werden.
00:08:07: Ich nenne mal so Schlagworte wie ein Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz oder ein Verpackungsgesetz, wo man darauf achten muss, dass gewisse Anteile von gewissen Plastikkomponenten sauber abgebildet werden und über die Zeit immer recycelbarer werden.
00:08:21: Das ist im ersten Moment, kommen dadurch aus Pflichten und auch dadurch gewisse Kosten auf die Unternehmen zu.
00:08:27: Aber das kann man durchaus auch in einem Wettbewerbsvorteil umwandeln, weil ja die Verbraucher auch sehr viel mehr auf Nachhaltigkeit achten.
00:08:34: Und wenn ein Unternehmen schafft, diese Nachhaltigkeit zu transportieren, dann kann es sich sehr stark auch für die Marke auszahlen.
00:08:42: Und dadurch ist dann ein Markenbewusstsein der Menschen auch durchaus das Kaufverhalten beeinflussbar.
00:08:47: Und wenn man das schafft, wirklich diese gewissen Ansätze, die da sind, die Erwartungshaltung im Markt, gerade Thema Nachhaltigkeit, ist ja sehr vielfältig, das zu nutzen in einem Markenmeerwert, dann ist es ein differenzierendes Thema für unsere Kunden.
00:09:04: Ich kann mir vorstellen, dass die Berater verordern, vielleicht auch so ein bisschen als Psychologe fungieren müssen, oder wenn man die Ängste der Kunden erstmal auch aufgreift und sagt, okay, Das muss gar kein Nachteil sein, sondern wir sehen das jetzt erst mal als Chance.
00:09:18: Durchaus und nicht nur bei den Kunden, sondern viel wichtiger ist ja, dadurch verändern sich teilweise auch Abläufe.
00:09:24: Bei unseren Kunden spricht den produzierenden Unternehmen und das sind ja auch Menschen.
00:09:29: Und wir kennen es sicherlich auch alle von uns selber.
00:09:32: Veränderung ist nichts, was jeder automatisch gleich gerne machen möchte.
00:09:36: Aber gerade im Thema Nachhaltigkeit, da können es manchmal Prüfungen sein, Zertifikate, die dort sein müssen oder eben gewisse Kennzahlen, die erreicht werden müssen.
00:09:46: Wenn sich dadurch Prozesse verändern, verändert sich der Ablauf der Leute Tag für Tag.
00:09:51: Das heißt, diese Psychologie ist nicht nur zu erläutern, warum es vielleicht notwendig ist für den Endkunden, sondern auch warum es ist notwendig, dass ein Mitarbeiter seine Abläufe verändert und dass wir das technologisch unterstützen.
00:10:03: Wie wichtig ist dir dann ganz persönlich das Thema Nachhaltigkeit?
00:10:08: Ja, das ist ein spannendes Thema.
00:10:10: Viele von uns kennen das.
00:10:11: Weil man ja auch schnell in die Bridolia kommt, fliege ich noch in den Urlaub.
00:10:16: Wie verhalte ich mich in gewissen Weisen?
00:10:18: Es ist immer wichtiger geworden.
00:10:20: Es war ja ganz am Anfang, glaube ich schon, in der Gesellschaft auch ein Thema, was eher stärker besetzt war von Leuten, die frühzeitig auch den Umwelt Gedanken hatten.
00:10:29: Ich glaube aber heute, dass es uns alle betrifft, also bei mir persönlich, ist es so, dass gerade so Themen wie auch im privaten Haushalt seine Photovoltaikanlage aufs Auto zu setzen.
00:10:40: Dinge zu tun, so überlegen, kann ich auch hier im Großraum München mehr den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen.
00:10:46: Das ist durchaus wichtig, eher mit dem Gedanken, da ich selber ja auch Kinder habe, möchten wir die Nachwelt auch erhalten können.
00:10:53: Und von daher wird es schon ein immer wichtigeres Thema, was sich durchaus auch auf den täglichen Konsum erstreckt.
00:10:59: Und wenn du einkaufen gehst, landet da automatisch das Produkt in deinem Warenkorn, was vielleicht nachhaltiger produziert ist oder bei dem du die Lieferkette nachvollziehen kannst?
00:11:07: Ist da dein Blick vielleicht schon automatisiert?
00:11:10: Es wird verstärkt also auch gerade durch meinen Job und auch gerade durch meine Unterhaltung mit den Gründen.
00:11:17: Aber auch persönlich ist es schon so, wenn ich selber zurückdenke, wie ich mich selber vor zwanzig Jahren ernährt habe und worauf ich vielleicht heute achte, da ist es definitiv so, dass hier und da dieses ganze Thema typischerweise natürliche Zutaten.
00:11:31: Wir wurden Dinge produziert, ins Auge fallen.
00:11:34: Alexander, danke dir für diese Einschätzung, für diesen Einblick, für die spannenden Ausführungen.
00:11:39: Man merkt, Nachhaltigkeit ist bei GQS nicht nur ein Trendthema, sondern ganz fest auch in der Unternehmensführung verankert.
00:11:45: Vielen Dank.
00:11:46: Vielen Dank für das Gespräch heute.
00:11:49: Um jetzt noch tiefer in die Umsetzung zu gehen, freue ich mich, jemanden begrüßen zu dürfen.
00:11:53: Der GQS schon seit Jahren begleitet, und zwar Jörg Högemann.
00:11:59: Jörg, du bist Geschäftsführer der Gesellschaft bei Treuhand Weser-Ems .
00:12:02: Du bist Unternehmensberater und Nachhaltigkeits-Experte.
00:12:06: Außerdem bist du seit über zehn Jahren bereits an der Seite von GQS.
00:12:11: Erst einmal herzlich willkommen.
00:12:12: Schön, dass du da bist.
00:12:13: Herzlichen Dank, lieber Karolin.
00:12:15: Schön, dass ich da sein kann.
00:12:15: Ich freue mich sehr.
00:12:17: Bevor wir jetzt ins Thema Nachhaltigkeit
00:12:18: einsteigen.
00:12:19: Ganz kurz, wie bist du persönlich eigentlich dazu gekommen?
00:12:22: Erzähl doch mal.
00:12:24: Kommen aus dem Familienunternehmen und haben eine Gärtnerei, aber leider hatte ich immer so zwei linke Hände.
00:12:30: Und ich habe dann Abitur gemacht und habe Umweltwissenschaften tatsächlich studiert mit Speerpunkten, Umweltmanagement und Umweltrecht und auch schon über Nachhaltigkeit eine Diplomauheit geschrieben, also Nachhaltigkeitskommunikation.
00:12:41: Das war im Jahr, also über zwanzig Jahre auch im Bereich Nachhaltigkeit entsprechend aktiv.
00:12:47: Zwischendurch war das nicht so ein Beratungsthema, da waren eher so Managementsysteme, Prozesse und Strukturen waren dann eher so meine Themen.
00:12:53: Aber gerade in den letzten Jahren sprechen wir gleich noch darüber, ist das Thema Nachhaltigkeit sehr stark nach vorne gekommen.
00:12:58: Und wenn wir vor allen Dingen über das Thema Nachhaltigkeit in Unternehmen sprechen, dann geht es ja jetzt nicht nur darum, beispielsweise den CO-Zwei-Ausstoß zu reduzieren, sondern das Thema ist natürlich viel umfassender.
00:13:10: Was gehört alles dazu?
00:13:11: Das ist ein sehr breites Thema.
00:13:13: Insgesamt, sprich man vom sogenannten Drei-Säulen-Konzept, dass man sagt, das Thema CO-Zwei ist ein Umweltthema, also ökologische Säule.
00:13:21: Ich hab das Thema Klima, ich hab das Thema Abfälle, Chemikalien, Wasser, etc.
00:13:27: Also alles, was man so unter Umwelt- und Umweltschutz verstehen könnte.
00:13:30: Dann gibt's die ökonomische Säule.
00:13:32: Es muss auch wirtschaftlich zum einen sinnvoll sein, zum anderen muss es kompleien sein, also rechtssicher.
00:13:38: Governance-Strukturen hat viel mit Unternehmensaufbau und Struktur zu tun.
00:13:43: Der wichtigste oder einer der wichtigsten Aspekte für mich aber ist auch die soziale Säule.
00:13:47: Ich habe eben das Thema Mitarbeiter zufrieden hat.
00:13:49: Ich habe das Thema Menschenrechte beim Thema Nachhaltigkeit und auch Gesundheit der Mitarbeitenden.
00:13:55: Also diese drei Säulen gehören zum Thema Nachhaltigkeit.
00:13:58: Somit ist es deutlich mehr als eben was... häufig eben in der Presse oder in den Medien ist das Thema Klima, wo man immer über Klimaschutz gesprochen wird, CO-Fußabdruck, etc.
00:14:09: Das Thema ist deutlich breiter insgesamt.
00:14:11: Das finde ich ganz spannend, weil gerade, ich glaube, diese soziale Säule hat man ja erst mal nicht so im Fokus, ne?
00:14:15: Nee, also da schaut man meistens gar nicht so genau hin, sondern ja, man guckt erst mal, das kann ich auch besser messen, auf wie viel Wasser ist denn da entstanden, wie viel Abfall oder was habe ich an CO-Fußern ausgestoßen.
00:14:28: Das ist manchmal auch leichter zu messen, als eben, Mitarbeiterzufriedenheit oder Bindungsquoternsunternehmen oder was habe ich vielleicht ein gender pay gap?
00:14:37: also das heißt eben wie viel kriegen eigentlich meine weiblichen Mitarbeiter weniger bezahlt in der gleichen Position als die männlichen?
00:14:43: also auch das gehört zum Thema soziales und gehört verbessert.
00:14:47: Seit diesem Jahr gibt es eine neue Regelung was die Berichterstattung von Nachhaltigkeit angeht.
00:14:52: Erklär doch mal, was sich da genau verändert hat.
00:14:54: Ja, im Endeffekt ist das eigentlich schon älter, das ist der sogenannte EU-Green Deal aus dem Jahr 2019, wo die Europäische Union ein Gesetzespaket entwickelt hat und gesagt hat, wir wollen als Europa bis zum Jahr zwanzigfünfzig klimaneutral werden.
00:15:09: Und wie schaffen wir das, indem wir entsprechend einmal die Finanzbranche vor den Kacken spannen, die sollen ihr Geld in Unternehmen stecken, die Ökologisch nachhaltiger sind, bessere Geschäftsmodelle haben, weniger ausstoßen.
00:15:22: Sozialnachhaltiger sind etc.
00:15:24: Und es gab einen Berichterstattungsschlicht, wo eigentlich die Unternehmen ab diesem Jahr hätten berichten müssen.
00:15:29: Und zwar, sechzehntausend Unternehmen in Deutschland hätten ein Nachhaltigkeitsbericht machen müssen über zweieinhalbfünfzig Mitarbeiter, fünfzig Millionen Euro Umsatz, das sind so Grenzen.
00:15:39: Dann gab es die sogenannte Omnibus-Initiative dieses Jahr.
00:15:41: Die Europäische Union hat gesagt, wir müssen den Aufwand, den Verwaltungsaufwand für die Unternehmen reduzieren und haben erst mal einen Stopp reingesetzt.
00:15:49: Und ändern das gerade.
00:15:50: Und das ist jetzt in der Finalisierung.
00:15:52: Ich hoffe, wenn der Podcast vielleicht rauskommt, gibt es eine rechtliche Regelung.
00:15:57: Und die besagt, dass ab jetzt Unternehmen oder ab dem Jahr twenty, sieben, zwanzig dann ein Nachhaltigkeitsbericht erstellen müssen.
00:16:03: die über eine Tausend, siebenhundertfünfzig Mitarbeiter haben und über vierhundertfünfzig Millionen Euro Umsatz.
00:16:07: Also große Unternehmen in Deutschland.
00:16:10: Vorher haben wir von den Sechzehntausend gesprochen.
00:16:11: Jetzt sind wir ungefähr bei acht Prozent davon.
00:16:14: Also ist der Anwendungskreis wurde ziemlich drastisch reduziert.
00:16:18: Wenn wir jetzt über Lebensmittelbranche sprechen und produzieren Unternehmen, sind das sehr viele Unternehmen immer noch, die auch nachhaltigkeitsberichterstattungspflichtig sind.
00:16:26: Das heißt, wenn ich das richtig verstehe, direkt sind jetzt erstmal die kleineren Unternehmen nicht betroffen.
00:16:32: Vielleicht indirekt, oder?
00:16:32: Ja, die sind indirekt betroffen, weil diese großen Unternehmen die berichten müssen.
00:16:36: Wo kriegen die denn die Informationen her?
00:16:38: Von sich selber natürlich aus ihren eigenen Systemen.
00:16:40: Aber aus ihrer Lieferkette brauchen sie Daten und Informationen.
00:16:44: Wie viel Kilometer ist das Produkt angereist?
00:16:48: Was passiert eigentlich mit den Produkten, die ich verkaufe danach, wenn sie entsorgt?
00:16:52: Also werden auch die kleinen Unternehmen von den Großen einmal angefragt, dass sie irgendwie Informationen über ihre Produkte liefern müssen.
00:16:59: über ihre Menschenrechtslage, wo kaufen auch die kleineren Unternehmen vielleicht ihre Produkte her, sind sie irgendwie aus Ländern, wo vielleicht auch kritische Menschenrechtsthemen sind, beschafft worden?
00:17:12: und die Großen müssen diese Information sammeln und dann in ihre Berichte überführen.
00:17:17: Und vielleicht macht das ja sogar Sinn für die kleineren Unternehmen das ganze freiwillig zu machen?
00:17:21: Absolut, weil das ist ein Wettbewerbsvorteil inzwischen.
00:17:24: kann den großen Unternehmen besser und schneller Informationen liefern.
00:17:28: Ich bin transparenter gegenüber meinen Kunden, gegenüber meinen aktuellen Mitarbeitern, aber es ist auch häufig eben das Thema Employer Branding, was beim Thema Nachhaltigkeit wichtig ist.
00:17:37: Also ich habe eine positive Außendarstellung.
00:17:40: Ja, und kann entsprechend zeigen, wie gut ich mich eben in diesen drei Säulen dann auch bewege, was ich ein positives, vielleicht auch für meine Community mache oder wo mein Standort ist, was ich in der Gemeinschaft da entsprechend tue oder eben, wie gut meine Produkte eigentlich sind.
00:17:55: Und in wiefern betrifft das jetzt eigentlich GQS?
00:17:58: GQS betrifft es indirekt.
00:18:00: Wir sind halt von der Größe her nicht rechtlich direkt betroffen, aber wir haben einmal natürlich Themen, dass sie große Unternehmen beraten.
00:18:08: und Software implementieren, liefern, Software-Lösungen liefern.
00:18:13: Zum einen, aber GQS hat auch Produkte und Softwareprodukte, mit denen die großen Unternehmen besser ihre Daten erfassen können, aufbereiten können.
00:18:23: Vielleicht auch über Berichterstattungs- und Dashboards oder Berichterstattungsmodule und Dashboards.
00:18:29: Entsprechend dem Kunden helfen, dass sie ihre Nachhaltigkeitslage verbessern, dass sie einfach feststellen, wo stehen sie dann gerade eigentlich.
00:18:36: Gute zweiter Aspekt ist da auch noch, Das hatte ich noch nicht gesagt.
00:18:40: Indirekt sind die kleinen Unternehmen auch betroffen, weil die Bankenwelt auch von Europa gefordert ist, ihre Firmenkunden zu raten, in sogenanntes ESG-Rating, das sind diese drei Säulen, Environmental, Social and Governance, das sind die drei Säulen, machen die Banken schon ab.
00:18:55: fünfzig Mitarbeiter und zehn Millionen Umsatz, muss entsprechend der Firmenkunde schon geweightet werden.
00:19:00: Also werden auch diese kleine und mittlere Unternehmen Daten und Informationen nicht nur an die großen Kunden liefern müssen, sondern eben auch an ihre Banken.
00:19:07: Also ist GQS da auch einmal indirekt in der Bankenwelt betroffen.
00:19:11: zum einen, aber auch vor allen Dingen als Lösungsambienter natürlich im Spiel drin, den großen Unternehmen dabei zu unterstützen, sprechen besser zu werden.
00:19:20: Und was muss in diesem Nachhaltigkeitsbericht eigentlich stehen?
00:19:23: Das ist ein europäischer Nachhaltigkeitsbericht, ESRS, European Sustainability Reporting Standard, sehr sperrig.
00:19:30: Da stehen Informationen und Datenpunkte drin, die so ein Unternehmen, ein großes Unternehmen liefern muss.
00:19:35: Der erste Wurf, der ist zwei, drei Jahre alt, da standen über tausend Datenpunkte drin, die so ein Unternehmen liefern müsste.
00:19:42: Das können Kennzahlen sein, also das ist der CO²-Fußabdruck zum Beispiel, im Scope eins und zwei, das ist was intern passiert im Unternehmen oder Der Stromverbrauch, Abfälle, der Gender Pay Gap ist zum Beispiel zu berichten, an seine Mitarbeitenden, Todesfälle, Krankheiten etc.
00:19:58: Also wenn wir jetzt über die sozialen Kennzahlen sprechen.
00:20:01: Der neue Standard hat jetzt aktuell überarbeitet, hat ungefähr sechshundert Datenpunkte, wenn man alles berichten muss.
00:20:07: Und das kommt eben darauf an, wie sehr das Unternehmen der große Kunde entsprechend betroffen ist.
00:20:11: Und so setzt sich dann dieser Nachhaltigkeitsbericht zusammen.
00:20:14: Das sind verschiedene Kapitel zu diesen unterschiedlichen Themen der Nachhaltigkeit.
00:20:18: diese drei Säulen, zu diesen Säulen gibt es dann jeweils Kapitel und jeweils Datenpunkte.
00:20:23: Aber diese ganzen Daten pflegen sich ja nicht automatisch ein.
00:20:26: Woher kommen die denn eigentlich?
00:20:27: Genau, leider nicht.
00:20:29: Wenn sie sich automatisch einfließen oder einpflegen würden, dann ist das eigentlich das, was ein bisschen so ein Zielzustand ist, wo man vielleicht sagt, mit den Tools, die GQS dann auch mit bietet und mit liefert, kann dann unternehmen.
00:20:43: Auf Knopfdruck ist man ein heeres Ziel, aber größtenteils automatisiert Daten liefern.
00:20:48: Heute ist es häufig so, diese Dateninformationen müssen irgendwie aus Rechnungen herausgesucht werden, aus irgendwelchen Portalen herausgesucht werden, werden händisch häufig in ein Excel oder in ein separates Software-Tool überführt, zusammengefasst in ein Word-Bericht überführt.
00:21:05: Also das ist eine unglaublich händische Arbeit, aktuell diesen Nachhaltigkeitsberichten, diese Informationen zusammenzustellen.
00:21:10: Und da muss das Ziel eigentlich sein, eben, möglichst Daten getrieben und Software getrieben, vielleicht auch irgendwann KI getrieben, da diese Daten entsprechend zusammenzustellen und diese Nachhaltigkeitsberichte zu erstellen.
00:21:22: Das heißt aktuell spielt künstliche Intelligenz noch keine so große Rolle oder seid ihr gerade auf dem Weg?
00:21:27: Nein,
00:21:27: wir sind auf dem Weg dahinten.
00:21:28: Künstliche Intelligenz spielt aktuell, ja, man macht das ja manchmal für Textvorschläge, für Layouts, Grafiken.
00:21:35: Da ist ja schon sehr viel möglich mit der künstlichen Intelligenz, aber die künstlichen Intelligenzen oder Agenten, die man da installiert, sind eben auch noch nicht in der Lage aus, den IT-Systemen diese Daten so rauszukriegen.
00:21:49: Weil die IT-Systeme haben die Daten vielleicht noch nicht in der Standdaten-Güte oder auch noch nicht in der Qualität und in eine Menge vorliegen.
00:21:56: Das wäre dann wahrscheinlich der nächste Step.
00:21:58: Genau.
00:21:58: Wenn ich jetzt als Unternehmer das alles höre und weiß, okay, so viele Daten muss ich einpflegen, vielleicht sogar händisch, das klingt ja erst mal nach jeder Menge Aufwand.
00:22:06: Höchstwahrscheinlich auch jeder Menge Kosten.
00:22:09: Bietet es denn auch Potenzialkosten einzusparen?
00:22:12: Ja, absolut, genau.
00:22:13: Und leider schreckt es dadurch durch diese regulatorik Wut von der Europäischen Union, muss man ja auch mal sagen, schreckt es dann auch ab und das Thema ist ja negativ besetzt.
00:22:24: Allerdings, wenn ich mich jetzt damit beschäftige und sage, ich schaue mal hin, wie viel Stromverbrauch habe ich dann an welcher Anlage?
00:22:31: Wo entsteht wie viel Abfall?
00:22:33: Das kostet mich alles Geld.
00:22:34: Wie viel Gasverbrauch ich eigentlich?
00:22:36: Und wie sind eigentlich meine Prozesse, Strukturen aufgestellt?
00:22:39: Und wie zufrieden sind meine Mitarbeiter?
00:22:40: Wie viel Fluktation habe ich?
00:22:42: Habe ich unglaublich viele Möglichkeiten zur Optimierung und auch Kosten einzusparen zum Beispiel, weil je weniger Gasverbrauch ich verbrauche, desto weniger Kosten habe ich.
00:22:51: Also Klimaneutralität.
00:22:53: geht dann häufig damit einher, dass ich eben auch Kosteneinsparung habe, Effizienzvorteile habe, zufriedenere Mitarbeiter, damit auch produktivere Mitarbeiter habe.
00:23:01: Also sollte eine Win-win-Situation sein.
00:23:05: Und wo setzt dann GQS ganz konkret an, um Unternehmen zu unterstützen, die dann wirtschaftlicher sein wollen oder nachhaltiger wirtschaften wollen?
00:23:12: Also kannst du da vielleicht auch Beispiele nennen?
00:23:14: Genau.
00:23:15: Also wir empfehlen häufig zum Start eine Bestandsaufnahme zu machen.
00:23:18: Wo stehe ich denn eigentlich das Unternehmen?
00:23:20: Was habe ich schon?
00:23:21: Weil vieles, was man als Unternehmen schon macht, zahlt auch schon aufs Thema Nachhaltigkeit ein.
00:23:26: Ich habe bestimmte Zertifizierungen, ich habe Management-System, ich habe vielleicht energiefiziente Maschinen auch schon eingekauft.
00:23:33: Ich setze Grünstrom ein, versuche, autark zu sein, habe eine Photovoltaikanlage.
00:23:38: Also ich mache am Anfang eine Bestandsaufnahme, um einmal festzustellen, wo stehe ich eigentlich.
00:23:42: Und da kann das Unternehmen mit GQS und mit uns dann auch zusammen dann irgendwo ansetzen, diese Bestandsaufnahme machen und dann festlegen, wo will ich hin?
00:23:52: Also worüber muss ich berichten auf Basis der Bestandsaufnahme?
00:23:56: Wo kriegt die Daten her?
00:23:57: Und was sind meine Ziele?
00:23:58: Und in welchen Schrauben muss ich als Unternehmen drehen, um eben diese Effizienzvorteile zu heben, um die Kosten einzusparen?
00:24:05: auch festzustellen, wo erfasse ich gerade Hände starten, was sich in Zukunft automatisiert, aus dem SAP-System, aus bestimmten Modulen heraus machen kann.
00:24:14: Und auch die Transparenz, die wir gerade in der Lebensmittelbranche natürlich brauchen und haben, auf den Verpackungen, auf den Produkten diese Information raufzubringen, dafür brauche ich Daten, dafür brauche ich Tools.
00:24:25: Und genau da kann GQ erst ihm helfen und ansetzen.
00:24:27: Gibt es da vielleicht ein paar Erfolgsgeschichten von Unternehmen, die da einen ganz tollen Weg gegangen sind und vielleicht auch mutig waren und bei denen sich jetzt dieser Mut ausgezahlt hat?
00:24:36: Genau, es gibt Unternehmen, die sich auch schon vor dieser Hypephase des Themas Nachhaltigkeit, der ja eben durch diese Regulatur natürlich auch und durch die gesellschaftlichen Entwicklungen auch entstanden ist, sich auf den Weg gemacht haben.
00:24:48: Positiv.
00:24:49: Beispiel wäre vielleicht die Rügenweiter-Mühle, die ja auch vor zwei Jahren war es dann so, dass sie diesen Turn hatten, dass sie mehr Umsatz mit veganen Produkten gemacht haben und vegetarischen als mit Fleischprodukten.
00:25:02: Das sind ja Themen, wo man irgendwann mal hingeguckt hat und gesagt hat.
00:25:05: Okay, wo stehen wir gerade?
00:25:07: Und wo wollen wir hin?
00:25:09: Da entsteht einmal zum Thema ein Markt, aber auch eben die Möglichkeit, Produkte zu entwickeln, die auch einen besseren Fußabdruck haben.
00:25:18: Es sind dann zum Beispiel so Produktökobilanzen gemacht worden vom Schinkenspicker mit Fleisch, vom Schinkenspicker vegetarisch und vom Schinkenspicker vegan.
00:25:28: Und der vegane Schicker hat halt die besten Werte gehabt.
00:25:32: Das sind mal so Beispiele.
00:25:34: Auf der anderen Seite gibt es genug Beispiele, wo Unternehmen nach so einer Analyse dann eben gesagt haben, wir stellen unsere Produktionsprozesse um und sind zum einen sogar schneller in der Produktion, auf der anderen Seite aber auch energiefehzenter.
00:25:47: Also der Fußabdruck des Produktes ist dadurch besser geworden.
00:25:51: Oder Unternehmen, die bei so einer Analyse festgestellt haben, dass sie eine hohe Fluktuation hatten, hohe Krankheitsquoten, die soziale Ebene sprechen, Burnout oder eben die Fluktuationsrate sehr hoch, die sich dann mit ihren Arbeitsbedingungen beschäftigt haben und damit niedrige Fluktuationsrataten.
00:26:09: Das sind alles Themen, die auf Nachhaltigkeit einzahlen.
00:26:11: Lass uns über diese soziale Säule noch mal ganz kurz sprechen, also du hast es schon angedeutet.
00:26:15: Es sind eben nicht nur diese harten Kennzahlen wie CO-Zwei-Ausstoß oder Wasserverbraucher oder sowas, sondern eben auch die Mitarbeitenden.
00:26:22: Was können die Unternehmen dann hier ganz konkret tun?
00:26:25: Genau, es ist meistens einfacher, sich mit den harten Fakten auseinanderzusetzen, weil die kann ich irgendwo messen.
00:26:30: Da kann ich Ziele und Kennzahlen erfassen, etc.
00:26:33: Bei den weichen Themen ist es dann tatsächlich auch gerade bei so einem Nachhaltigkeitsprozess, die Mitarbeiter mal einzubeziehen und zu fragen, was habt ihr denn für Ideen, was können wir besser machen?
00:26:44: Was stört euch an den aktuellen Arbeitsumgebungen?
00:26:48: Was macht euch vielleicht auch krank, psychische Gefährdungsbeurteilungen mal durchzuführen, um eben zu gucken, wie können wir unsere Kommunikation verbessern?
00:26:55: Wir können unsere Mitarbeiter zufriedenheit verbessern oder die Gesundheit.
00:26:58: Das können dann Sportprogramme sein, das Firmen e-Bike zum Beispiel, also so ein Firmenfahrrad, Hanselfit-Angebote etc.
00:27:06: Also das sind so Möglichkeiten, an denen ich dann auch arbeiten kann, die mir aber auch wieder meiner Produktivität helfen, weil glückliche Menschen sind einfach zufrieden, also produktiver, glücklichen Menschen sind produktiver.
00:27:15: Das ist so das Thema.
00:27:17: Jetzt haben wir ganz viel über die Kunden von GQS gesprochen.
00:27:20: Wie profitiert denn der Endverbraucher, wenn die Kunden von GQS nachhaltig wirtschaften?
00:27:25: Der Endverbraucher hat einmal eine verbesserte Transparenz, kann bessere Entscheidungen treffen.
00:27:30: Er sieht vielleicht eben auf den Produkten auch schon mal so ein Produkt Öko-Fußabdruck oder sieht vielleicht auch, ja, das ist ein klimaneutral hergestelltes Produkt.
00:27:42: Häufig beschäftigen sich ja Unternehmen Wenn sie sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, auch mit ihrer Lieferkette, also kann ich regionaler einkaufen, kann ich aus Ländern einkaufen, wo besser über Menschenrechte und auch vor allen Dingen gesündere Produkte produziert werden.
00:28:01: Und der Verbraucher produziert dann eben von qualitativ hochwertigen Produkten besseren Entscheidungen.
00:28:07: vielleicht auch mehr gesund hat und wohl befinden.
00:28:09: Kannst du das auch so bestätigen, dass der Endverbraucher das mehr fordert, also dass die Produkte nachhaltig produziert sind?
00:28:16: Ja, zum einen findet sowas in den Umfragen etc.
00:28:21: statt.
00:28:21: Das gesagt wird, wir wollen das so.
00:28:24: Ich zitiere aber auch eine Nachhaltigkeitsbeauftragte eben von so einem Fleischverarbeiten unternehmen, die Moral endet häufig leider auch am Regal.
00:28:31: Also, dass ich ihnen dann doch sage, okay, das eine Produkt ist zehn Cent günstiger oder X-Prozent günstiger, dann nehme ich vielleicht doch das andere Produkt.
00:28:40: Das kann man aber so wahrscheinlich sagen, weil es gibt dann eben wieder Gesellschaftsschichten, die sagen, für mich ist das aber wichtiger, ja, das hochwertigere Produkt zu haben oder eben die Haltungsform zu haben.
00:28:50: Zum anderen, also jetzt haben wir über die Endverbraucherentscheidungen getroffen, haben wir natürlich den dem Mittelzimmer dazwischen ja auch den Lebensmittel-Einzelhandel, sei es jetzt dieses Counter wie Aldi, Lelel oder eben die Edeka-Gruppe oder Kaufland etc.
00:29:05: um nur noch ein paar als Beispiele zu nennen.
00:29:08: Die machen sich seit sehr vielen Jahren eben genau auf diesem Weg und sagen, wir wollen unsere Produktportfolios verändern.
00:29:14: Wir möchten, dass vegane Produktsortiment deutlich erhöhen.
00:29:18: weil wir damit bessere Fußabdrücke haben.
00:29:20: Wir wollen Fleisch ab zwanzig dreißig haben, was in Haltungsstufe vier oder fünf ist, also besserer Haltungsstufen.
00:29:27: Und davon profitiert auch wieder der Verbraucher und natürlich zwingt in Anführungszeichen, die Kunden von GQS sich auch mit diesen Themen dann auseinanderzusetzen.
00:29:35: Also auch wieder ein weiterer Treiber.
00:29:36: Wenn man nicht nur die Regulatorik, die Banken, die Verbraucher, wir haben auch eben die Lebensbild-Einzelhandel, der Dateninformation haben möchte oder bestimmte Zertifizierungen, bestimmte Ratings fordert.
00:29:47: Was ist so deine Erfahrung?
00:29:48: Wo hakt es bei Unternehmen noch am häufigsten?
00:29:51: Sind's eher die Daten, die Prozesse oder vielleicht doch das Mindset?
00:29:54: Häufig hakt es eher daran, wo kriegt denn diese Dateninformation her, um eine Grundlage zu schaffen.
00:30:00: Das Mindset ist tatsächlich, wenn wir reden über Deutschland, vielfach dann da.
00:30:06: Weil sich die Unternehmen eben auch in den letzten Jahren schon ganz viel mit bestimmten Zertifizierungen, mit Effizienz, mit Optimierung auseinandergesetzt haben.
00:30:15: Mit Corona kam ja auch das Thema, auch schon vor Corona, das Thema New Work, dann eben Mitarbeiter selbst, bestimmtes Arbeiten.
00:30:21: Das Mindset ist ganz gut.
00:30:22: Aber wo krieg ich denn diese Dateninformationen her?
00:30:25: Ohne sie mit sehr viel Aufwand händisch und in Word und in Excel irgendwie zusammenzuschustern.
00:30:31: Was auch nicht mal vielleicht nachweisbar oder transparent ist.
00:30:34: Also diese Transparenz ist das große Thema.
00:30:37: Was wünschst du dir für die Zukunft, was das Thema Nachhaltigkeit angeht?
00:30:41: Zum einen vielleicht aus unternehmerischer Sicht, aber auch aus Sicht der Politik.
00:30:45: Genau, da fange ich einmal mit der Politik an.
00:30:47: Ich würde mir mehr Klarheit wünschen.
00:30:50: Diese Regulatur ist jetzt nicht neu, die gibt es seit Jahrzehnten.
00:30:54: Ist schon zweimal verschoben worden, jetzt wieder reduziert worden.
00:30:58: Die Unternehmen schwimmen gerade etwas.
00:31:00: Also aus Unternehmersicht selber, nicht auch Unternehmer, ich würde mir mehr Klarheit einfach wünschen.
00:31:06: Also einmal von der Politik eine klare Regulatorik und sagen, das ist jetzt der Gesetzestandard, daran wollen wir arbeiten, diese Anreize setzen, wie für die Unternehmen sich auch mit diesen Themen auseinanderzusetzen.
00:31:20: Genau, aus unterunternehmerischer Sicht entsprechend, dass das auch vom Markt und vom Verbraucher gesehen wird und auch anerkannt wird und genommen wird.
00:31:28: dass sich eben die Gesellschaft weiterentwickelt, hinsichtlich nachhaltigerer, nachhaltiger Wirtschaften, nachhaltiger Produkte.
00:31:36: Wir haben halt nur diese eine Erde, dass die Klimaziele entsprechend den Klimawandel oder die Erderwärmung zu begrenzen, werden wir so nicht schaffen, wenn wir nicht die Signale einmal aus der Politik kriegen und aus der Wirtschaft kriegen.
00:31:48: Die Wirtschaft will, sie muss aber unterstützt werden, weil wenn ich nicht webbewerbsfähig bin gegenüber anderen Ländern, Asien, Amerika etc.
00:31:57: dann fällt es auch schwer, als Unternehmer in Deutschland, in der Europäischen Union, entsprechend voranzugehen.
00:32:03: Weil ich hab mehr Kosten.
00:32:04: Ich muss es irgendwie ja auch bezahlt kriegen.
00:32:07: Das ist die ökonomische Säule, auch der Nachhaltigkeit.
00:32:09: Das muss ich auch ökonomisch tun.
00:32:11: Es bringt uns nichts, wenn wir bald keine Industrie mehr haben in Deutschland.
00:32:14: Die brauchen wir.
00:32:16: Jörg, herzlichen Dank für dieses spannende Gespräch, für die vielen Einblicke.
00:32:20: Und vielleicht bis zum nächsten Mal.
00:32:22: Ja, herzlichen Dank.
00:32:23: Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.
00:32:25: Danke für die guten Fragen und für das gute Drumherum hier.
00:32:28: Also es macht richtig Spaß.
00:32:30: Und euch danke ich fürs Zuhören bei unserer ersten Folge GQS Minds in Motion.
00:32:35: Das war jetzt die Auftaktfolge.
00:32:37: Seid gespannt auf die nächsten Episoden und bis dahin wünsche ich euch erst mal eine schöne Zeit.
00:32:41: Macht's gut!
Neuer Kommentar